dina.PNG

Meditation ist nicht, was Du denkst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Meditation, die ich praktiziere, hat nichts mit Esoterik zu tun. Es geht nicht darum, durch Räume zu fliegen oder irgendwelche Sphären aus Licht zu erkunden. Es geht auch nicht darum, sich zu einem Übermenschen zu optimieren oder irgendeinen Guru anzubeten. Es geht nicht darum, irgendwelche Ziele zu erreichen.

Es geht schlicht und ergreifend darum, „Nichts“ zu tun. Von Kindheitstagen an werden wir darauf trainiert, etwas erreichen zu wollen. Im Kindergarten wollen wir in die Grundschule kommen, dort dann in die höhere Klasse und so geht das weiter. Wir wollen immer einen „besseren“ Zustand erreichen. Wir wollen glücklicher, schlauer, erfolgreicher, schöner, schneller und entspannter sein. Während der Meditation nehmen wir davon eine Pause, besser sein zu wollen.

Es geht einfach darum, das wahrzunehmen, was hier und jetzt ist. Es geht darum, die Gedanken, die es gewohnt sind, uns Geschichten zu erzählen, die es gewohnt sind, in die Vergangenheit, Zukunft oder Phantasiewelten zu reisen, mit unserem Körper, der auf dem Meditationskissen sitzt, zu synchronisieren. Durch die Praxis der Meditation üben wir unseren Geist darin, immer wieder zurück in den gegenwärtigen Augenblick zu kehren.

Diese Übung hat kein Ziel. Meditation bringt das hervor, was ist. Das kann natürlich Entspannung sein. Das kann aber genauso Langeweile, Traurigkeit oder Nervosität sein. Wenn wir wahrnehmen, was in uns vorgeht, haben wir meist den inneren Impuls, den Zustand verändern zu wollen. Wenn wir lieben, wollen wir die Liebe festhalten. Wenn wir niedergeschlagen sind, wollen wir das Gefühl loswerden. Durch die Meditation üben wir es, nicht zu verändern, sondern anzunehmen und wertungsfrei zu akzeptieren. Darum geht es. Sich selbst, anderen und der Welt in Offenheit gewahr werden.

 

Im Rahmen meines Wirtschaftspsychologiestudiums las ich das erste Mal etwas über das Thema Achtsamkeit. Achtsamkeit ist das Konstrukt, welches einen Zustand beschreibt, in dem der gegenwärtige Augenblick wertungsfrei wahrgenommen und akzeptiert wird. Eine Vielzahl an Forschenden untersuchen, welchen Einfluss dieser Zustand und die Praxis der Achtsamkeit beispielsweise auf das menschliche Gehirn hat, und wie es sich auf Arbeitszufriedenheit, Kreativität oder psychische Gesundheit auswirkt. Das Buch „WIE VOR WAS“ von Karl Ludwig Leiter, in dem die Meditationspraxis einfach, humorvoll und unterhaltsam erläutert wird, brachte mich dann dazu, mein erstes Meditationsprogramm zu besuchen. Er bildete mich später als Meditationsinstruktorin aus.

Meine Leidenschaft ist es, Räume zu kreieren, in denen Menschen einerseits gemeinsam Meditation lernen und üben sowie sich andererseits offen begegnen und einander inspirieren können. Das letzte mehrtägige Meditationsprogramm fand im September statt und war solcher Raum. Der Teilnehmende Len Helmig sagt, „es war für mich erstaunlich, was für einen persönlichkeitsöffnenden Einfluss vier Tage achtsames Beisammensein auf Menschen haben können.“ Die Teilnehmende Johanna Pröscher fasst in drei Worten ihre Erfahrung zusammen: „Stille. Gemeinschaft. Wohlgefühl.“

VON DINA SOPHIA KÖNIG