Eine positive Stimme zur digitalen Lehre

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viel hört man mittlerweile über Vereinsamung der Studierenden und Schwierigkeiten der Konzentration im Konzept der digitalen Lehre. Es ist auch unbestreitbar, dass es für Dozierende schwierig und lästig ist, vor einer schwarzen Kastenfront eine Zoom-Veranstaltung zu geben. Auch ich war bis zum Ende gehemmt, mich in digitalen Veranstaltungen zu Wort zu melden. Aber war ich das vorher in größeren Kursen nicht auch schon? Retrospektiv muss ich doch eingestehen, dass ich trotz vieler Nachteile totaler Fan der Online-Lehre bin.

Denn wann kam es jemals vor, dass der Wecker eine Minute vor Vorlesungsbeginn klingeln durfte? Wie hätte man jemals Bett und Chemievorlesung vereinen können? Was hätte man dafür gegeben, alle Vorlesungen in der Tasche zu haben- egal wo? Einfach praktisch.

 

Auch fand ich es gar nicht schwer einen Austausch zu Lehrinhalten zu haben. Ob über Telefon oder präsente Treffen mit Kommilitonen. Vor allem ein gemeinsames Schauen von Univeranstaltungen ließ uns im Privaten – mit geschlossenem Mikro – über das Gesprochene des Dozierenden laut nachdenken. Was ich sogar sagen kann: Ich habe ein wunderbares Miteinander mit Freunden vor unserem kleinen leuchtenden Bildschirm in meiner WG erlebt. Im eigenen Hause kann man natürlich die Örtlichkeit auch voll auskosten und sich mittags ein Schlemmergericht zubereiten oder günstig den eigenen Kaffee konsumieren.

Praktisch eine Lernoase mit Küche und Balkon. Ein Bett/eine Couch für den Nap zwischendurch. Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden. Kochen, gut und günstig. Zwischendurch zusammen ein Workout. Alle Bücher direkt zur Hand. Keine langen Fahrten, die nichts weiter bringen als Langeweile, Stress und Stau. Auch familienfreundlicher könnte Uni nicht sein.

Und was ich vor allem gelernt habe: mich selbst als Ort meines Lernmittelpunktes zu sehen.

Alles steht, nichts geht. Doch die Uni lief. Zumindest bei mir.

VON THEDA VON DER RECKE

©Leika Su Kutzke